Der Goldene Ring · Hendrik erklärt

Irgendwo gibt es einen Platz. Man muss ihn nur finden.

Ich habe fast ein Jahrzehnt in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet, auch in der Inobhutnahme. Der Goldene Ring ist der Grund, warum ich EDN gegründet habe. Hier erkläre ich, warum es das braucht, wie es funktionieren soll und wo ich heute stehe.

Hier spricht Hendrik. Stand heute: Die Grundlage ist gebaut. Mit Jugendämtern in Betrieb ist der Ring noch nicht.

Standbild aus dem Video: ein frisch bezogenes Kinderbett mit einem Stoffhasen, warmes Licht im Zimmer.
Aus dem Video: „Die Lösung war die ganze Zeit da.“
Warum ich den Goldenen Ring baue

Es fehlt nicht der Platz. Es fehlt das Wissen, wo er frei ist.

Eines Abends, kurz vor elf, brachte eine Sozialarbeiterin ein kleines Mädchen zu uns. Sie trug ihren Schlafanzug seit dem Morgen und hatte den ganzen Tag im Jugendamt gesessen. Die ganze Geschichte erzähle ich unter „Über mich“.

In der Inobhutnahme habe ich oft erlebt, dass ein Kind stundenlang warten musste. Nicht, weil es keinen Platz gab. Sondern weil niemand wusste, wo einer frei ist. Im Jugendamt hat eine Sozialarbeiterin eine Einrichtung nach der anderen angerufen. Sie hat für dieses Kind gekämpft, und es hat trotzdem gedauert.

Das Wissen war da. In den Einrichtungen, in den Dienstplänen, im Kopf der Kolleginnen und Kollegen. Es kam nur nicht dort an, wo es gebraucht wurde.

Für die Platzsuche hätte es nicht einmal künstliche Intelligenz gebraucht. Das hätte man bauen können, seit es das Internet gibt.

Also baue ich es jetzt.

Zwei Geschichten. Ein Grund.

Felix wartet seit fünf Monaten.

Felix ist vier. Er sitzt mit seinen Eltern im Jugendamt und zappelt auf dem Stuhl. Seine Mutter sagt: Ich kann nicht mehr. Wir brauchen Hilfe.

Bis ein passender Platz gefunden ist, vergehen oft Monate. So lange bleibt Felix zu Hause, bei Eltern, die längst gesagt haben, dass sie es nicht mehr schaffen. Und Felix weiß das. Das ist das Schlimmste daran.

Das eine sind Stunden in einer Nacht. Das andere sind Monate. Beides hat denselben Grund: Niemand sieht, wo gerade Platz ist.

Felix gibt es so nicht. Die Situation schon.

Das Ziel

Jedes Kind, das Hilfe braucht, findet schnell den passenden Platz.

Kein Kind soll mehr einen ganzen Tag im Amt sitzen, weil niemand weiß, wo ein Bett frei ist. Ein Jugendamt soll in Minuten sehen, wo ein passender Platz frei ist. Heute dauert die Suche oft Wochen, manchmal Monate.

Warum Gold? Der Ring kommt aus meinem Logo: viele Menschen und Stellen, die gemeinsam ein Kind umschließen. Gold, weil das bei mir die Farbe für das Licht ist. Und für die Kinder.

In der Mitte steht immer ein Kind.

Wie es funktionieren soll

Aus der Arbeit, nicht aus Listen.

Plattformen mit Listen freier Plätze gab es schon. Damit sie stimmen, muss jemand sie pflegen, mitten im Dienst. Deshalb baue ich den Goldenen Ring auf das, was in den Einrichtungen sowieso passiert.

  1. Fachkräfte arbeiten mit SAJA.

    Erst kommt das Werkzeug, das ihnen im Alltag hilft. Eine zusätzliche Liste für freie Plätze führt niemand.

  2. Der Träger gibt Plätze frei.

    Aus der Doku wird sichtbar, wann ein Platz frei wird und für wen er passt. Der Träger entscheidet für jeden Platz, ob und was davon nach außen geht.

  3. Das Jugendamt sucht den Platz, nicht das Kind.

    Nach Alter, Region und Hilfeform zeigt der Goldene Ring passende Plätze mit direktem Kontakt zur Einrichtung.

So sieht das heute im Prototyp aus.

Die Grundlage steht. Hat eine Gruppe in SAJA einen freien Platz, wird er schon angezeigt. Das war das Erste, was ich gebaut habe.

Ein Satz genügt: Was für ein Platz gebraucht wird, für welches Alter, wo. Der Goldene Ring antwortet mit passenden Plätzen und dem Kontakt der Einrichtung. Ob der Platz wirklich der richtige ist, besprechen Amt und Einrichtung danach selbst.

Mit Jugendämtern in Betrieb ist der Goldene Ring noch nicht.

Prototyp mit erfundenen Testdaten
Bildschirmfoto der Platzsuche: Anfrage nach einem Inobhutnahmeplatz für ein vierjähriges Mädchen in Hannover, darunter ein passendes Angebot mit Kontakt.
Eine Anfrage, eine Antwort mit Kontakt.

Was der Goldene Ring sieht. Und was nicht.

Gesucht wird nach Eigenschaften eines Platzes, nicht nach Eigenschaften eines Kindes. Was in SAJA über ein Kind steht, bleibt beim Träger. Darauf bestehe ich.

Das sieht das Jugendamt · Beispiel
Region
Region Hannover
Hilfeform
Stationär · § 34
Alter
12 bis 17 Jahre
Konstellation
Gemischte Gruppe, 7 Plätze
Frei ab
14. Juni
Kontakt
Einrichtung direkt
Das sieht niemand über den Goldenen Ring
  • Namen, Initialen, Pseudonyme
  • Akten, Verlaufseinträge, Diagnosen
  • Familie und Geschwister
  • Frühere Hilfen und Wechsel

Was der Goldene Ring nicht wird.

  • Kein Register über Kinder.

    Es gibt keine durchsuchbare Datenbank über Personen und keine zentrale Akte. Der Goldene Ring kennt Plätze, keine Kinder.

  • Kein Marktplatz.

    Keine Provision, keine Vermittlungsgebühr. Der Goldene Ring stellt die Verbindung her und tritt dann zurück.

  • Kein Ersatz für das Gespräch.

    Die Suche wird kürzer. Ob ein Platz der richtige für dieses Kind ist, besprecht ihr weiter miteinander.

  • Keine zweite Plattform.

    Der Goldene Ring ist ein Teil von SAJA, auf denselben Servern in Deutschland, geschützt von derselben Maria.

Die Daten gehören dem Träger. Immer. Das Jugendamt sieht nur, was der Träger für einen Platz freigibt. Die Freigabe lässt sich jederzeit zurücknehmen. Geht ein Träger, gehen seine Daten mit.

Kostenlos. Mit Absicht. Ein Jugendamt, das um zehn Uhr abends einen Platz sucht, soll dafür nicht bezahlen müssen. Der Goldene Ring finanziert sich über die Arbeit, die SAJA bei den Trägern leistet. Kein Haken, kein Abo, keine Daten als Währung. EDN ist ein ganz normales Unternehmen, das etwas Gutes tun will.

Bau den Goldenen Ring mit mir.

Jeder Träger, der mit SAJA arbeitet, macht den Ring größer. Jeder, der mitmacht, ist ein Stern mehr am Himmel. Ich suche Menschen in Jugendämtern und bei Trägern, die mit mir gestalten, wie der Goldene Ring aussehen soll.

Irgendwo gibt es einen Platz. Lass ihn uns gemeinsam finden.