Über mich

Ich bin Hendrik.

Ich bin staatlich anerkannter Erzieher. Fast ein Jahrzehnt habe ich in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet: in Wohngruppen, in der Inobhutnahme und in der offenen Jugendarbeit. Heute baue ich EDN.

Den Gruppendienst habe ich verlassen. Die Kinder nicht.

Foto: Hendrik Sichert spricht bei einem Vortrag, das Mikrofon in der Hand, hinter ihm eine Präsentation.
Hendrik Sichert, Erzieher und Gründer von EDN Foto: Sabrina Reich

Ich will die schützen, die sich nicht selbst schützen können.

Die Nacht, die alles verändert hat.

Im Gruppendienst war ich der, der die schweren Fälle bekam. Ich habe mich immer als Anwalt der Kinder verstanden.

Ich arbeitete in einer Inobhutnahme. Dorthin kommen Kinder, die von heute auf morgen nicht mehr nach Hause können. Eines Abends, kurz vor elf, kam eine Sozialarbeiterin mit einem kleinen Mädchen zu uns. Beide waren erschöpft.

Im Aufnahmegespräch erfuhr ich, dass das Mädchen ihren Schlafanzug seit dem Morgen trug. Sie war früh in Obhut genommen worden und hatte den ganzen Tag im Jugendamt gesessen. Stunde um Stunde, während jemand einen freien Platz suchte.

In dieser Nacht habe ich verstanden: Genau dann, wenn ein Kind am meisten Schutz braucht, sind wir am langsamsten. Nicht, weil die Menschen fehlen. Sondern weil der Weg zwischen ihnen fehlt.

Im Video „Die Sterne“ erzähle ich diese Geschichte selbst.

Standbild aus dem Video: ein Haus mit erleuchtetem Fenster am Abend.
Aus dem Video „Die Sterne“

Wie EDN entstanden ist.

Das Mädchen hat einen Tag gewartet. Viele Kinder und Jugendliche warten Wochen, manchmal Monate. Ich habe das gesehen, und seitdem mache ich mir Gedanken darüber, was dieses Warten mit ihnen macht.

Ich möchte ändern, dass Kinder und Jugendliche teils monatelang auf die Hilfe warten, die sie brauchen.

Denn Warten hat Folgen.

  • Kinder erleben sich als ohnmächtig.

    Über ihr Leben wird entschieden, und sie selbst können nur warten. Dieses Gefühl kann Kinder und Jugendliche lange begleiten.

  • Hilfen werden getauscht.

    Damit ein Kind überhaupt schnell Hilfe bekommt, wird manchmal eine andere gewählt: die, die gerade frei ist. Nicht immer die, die am besten passt.

  • Die Lage zu Hause wird schwerer.

    Ein Kind, das monatelang zu Hause auf einen Platz in einer Wohngruppe wartet, sitzt wie auf glühenden Kohlen. Die Lage wird nicht leichter, sondern schwerer. Die ganze Familie leidet mit, und am Ende ist alles noch verfahrener als vorher.

Aus dem Gruppendienst weiß ich: Niemand führt gern Listen. Dabei liegt das Wissen über freie Plätze längst in den Wohngruppen. Es muss nur dort ankommen, wo es gebraucht wird.

Ich war übrigens kein Vorbild beim Papierkram.

Belegmeldungen mit hundert Fragen für die interne Statistik habe ich liegen lassen, wie fast alle. Am Ende musste die Kollegin aus der Verwaltung jedem einzeln hinterherlaufen.

Daraus habe ich das Wichtigste gelernt: Ein Werkzeug, das Fachkräfte nicht gern benutzen, pflegt am Ende niemand. Egal, wie gut die Idee dahinter ist.

Dafür braucht es ein Werkzeug, das Teams jeden Tag gern benutzen, weil es ihnen im Alltag hilft. Eines, das nebenbei zeigt, wo ein Platz frei ist, damit das Jugendamt ihn finden kann. Niemand muss dafür eine Liste pflegen. Daraus ist SAJA geworden.

Aus der Idee ist eine Firma geworden, weil sich nichts von allein ändert. EDN ist ein Unternehmen, kein Verein. Ich will davon leben können, damit ich das hier ganz machen kann. Das Wichtigste verschenke ich trotzdem: Für Jugendämter ist die Platzsuche kostenlos.

Meine Haltung

Das Werkzeug bleibt klein. Der Mensch bleibt groß.

Die Fachkraft war schon vorher da. Sie kennt ihren Ort, ihre Aufgaben, ihre Möglichkeiten. Die KI kommt dazu. Nicht davor. Nicht darüber. Dazu.

Darum baue ich Werkzeuge, die in den Händen ihrer Menschen wachsen. Sie entscheiden nichts und ersetzen niemanden.

Wie ich heute arbeite.

In den letzten anderthalb Jahren habe ich mir beigebracht, mit künstlicher Intelligenz Software zu bauen. Informatik habe ich nie studiert. So sieht mein Tag heute aus:

  • Tagsüber baue ich mit KI-Agenten.

    Ich sage, was eine Fachkraft im Alltag braucht. Ein Agent baut es, ein anderer prüft, was der erste gebaut hat.

  • Abends teste ich selbst.

    Mit Beispielen, die keiner der Agenten kennt. So finde ich die Stellen, an denen es noch hakt, bevor ihr sie findet.

  • Nur mit erfundenen Daten.

    Aktuell erprobe ich SAJA ausschließlich mit synthetischen Daten.

Ich bin dabei Erzieher geblieben. Den Beruf verlernt man nicht.

Woran ihr mich messen könnt.

  • Die Fachkraft ist nie das Problem.

    Das Problem ist ein System, in dem Wissen nicht dort ankommt, wo es gebraucht wird.

  • Der Bösewicht ist nie ein Mensch.

    Auch nicht die Sozialarbeiterin im Jugendamt. Sie kämpft für das Kind.

  • SAJA bewertet keine Fachkraft.

    Wer bewertet wird, schreibt, was gut aussieht, und nicht, was passiert ist. Die Fachkraft entscheidet. Immer.

  • Ich rede gut über das, was es schon gibt.

    SAJA ist nicht besser als eure Software. SAJA ist die nächste Stufe, wie vom Zettel zu Word. Und läuft daneben, niemand muss etwas umstellen.

  • Keine Behauptung ohne Beleg.

    Ich sage, was heute geht und woran ich noch arbeite. Beurteilt mich nach dem, was meine Werkzeuge tun.

Worum es eigentlich geht

Was ich will.

Ich will, dass kein Kind mehr einen ganzen Tag im Amt sitzt, weil niemand weiß, wo ein Platz frei ist.

Ich will, dass die Arbeit am Bildschirm leichter wird und die Arbeit mit den Menschen mehr Raum bekommt.

Und ich will, dass die Soziale Arbeit die stärkste Technik ihrer Zeit nicht als Letzte bekommt, sondern als Erste.

Das ist groß, ich weiß. Aber klein hilft niemandem, der heute Nacht wartet.

Was ich baue.

Zuerst ein Werkzeug, das Fachkräfte jeden Tag benutzen wollen. Weil sie es benutzen, weiß das System nebenbei, wo Plätze frei sind. Die Doku ist der Weg. Das Ziel sind die Kinder.

  1. SAJA

    Die Kollegin, die zum Team dazukommt. Sie hört zu, schreibt mit, schlägt Einträge vor, erinnert und findet wieder.

    SAJA kennenlernen

  2. Maria

    Schützt die Kinder und ihre Systeme. Bevor eine KI etwas liest, ersetzt sie die Angaben aus der Akte durch Platzhalter.

    Wie Maria schützt

  3. Der Goldene Ring

    Die Vision: Das Jugendamt sieht, wo ein Platz frei ist. Die Suche dauert Minuten statt Wochen.

    Warum ich das baue

Wenn du einer dieser Sterne bist: Bau mit.

Überall in diesem Land leuchten Menschen, die helfen wollen. Wie Sterne, nur weit verstreut. Ich baue die Fäden dazwischen.

SAJA ist noch nicht fertig. Gerade bereite ich den Prototyp für die ersten Fachkräfte vor. Danach beginnt der Early Access. Ich suche Menschen, die das mit mir bauen. Schreib mir, ich antworte persönlich.