
Hendrik Sichert.
Erzieher in der stationären Jugendhilfe seit 2013. Gründer von EDN-System. Baut die Werkzeuge, die er selbst zwischen zwei Diensten gebraucht hätte. Und keiner gebaut hat.
Liebe Leserin, lieber Leser,
ich bin Erzieher. Ich habe jahrelang in der stationären Jugendhilfe gearbeitet, in Wohngruppen, bei Inobhutnahmen, in Hilfeplangesprächen. Die meiste Zeit war ich nicht jemand, der Software baut. Ich war derjenige, der nach acht Stunden Schicht noch eine halbe Stunde länger geblieben ist, weil die Dokumentation nicht fertig war.
Irgendwann habe ich angefangen, mir eigene Werkzeuge zu basteln. Erst klein, dann größer. Aus der Frage, warum es für unsere Arbeit kein System gibt, das wirklich passt, ist SAJA entstanden. Aus der Frage, was passiert, wenn ein Sprachmodell Klientendaten sieht, ist Maria entstanden. Aus der Frage, warum die Platzsuche im Jugendamt immer noch ein Stapel Telefonate ist, ist SAJA.JU entstanden.
EDN-System ist nicht aus einem Businessplan hervorgegangen. Es ist aus einer Schicht entstanden, in der ich genug hatte. Genug von Software, die nicht weiß, wie ein Gruppendienst läuft. Genug von Datenschutz, der entweder absolut oder gar nicht ist. Genug davon, dass die wichtigste Arbeit der Republik mit den schlechtesten Werkzeugen gemacht wird.
Ich verspreche nichts, was über das hinausgeht, was ich zeigen kann. Ich verkaufe nicht an Jugendämter. Ich rede mit jedem persönlich, der einen Piloten in Erwägung zieht. Und ich baue weiter, solange es nötig ist.
Mit Gruß aus Hannover,
Hendrik Sichert
Von der Schicht in die Werkstatt.
2013
Ausbildung zum Erzieher. Erste Stelle in der stationären Jugendhilfe. Die Akte ist ein Ordner, der Stift ein Kugelschreiber, der Verlauf eine Frage des Schichtgedächtnisses.
2018
Gruppenleitung, Bezugsbetreuung, immer mehr Verantwortung in der Dokumentation. Erste Excel-Tabellen, eigene Vorlagen, der Wunsch nach etwas Besserem wird konkret.
2024
Erste Prototypen, abends nach der Schicht. SAJA als interne Assistenz entsteht. Maria folgt aus der Frage, was ein Sprachmodell überhaupt sehen darf.
2026
EDN-System als Konzeptprojekt. Drei Komponenten lauffähig. Suche nach dem ersten Träger, der mit uns drei bis sechs Monate ernsthaft testet.
Diesen Menschen, den Fachkräften und den Kindern, die sie begleiten, nicht das Beste zu bauen, was technisch möglich ist, wäre Verrat.
Sechs Sätze, an denen wir jede Entscheidung messen.
Wir haben keine Mission-Slides und keine Werte-Wand im Büro. Aber es gibt sechs Sätze, die im Zweifel den Ausschlag geben: bei Feature-Entscheidungen, bei der Wahl der Datenarchitektur und bei der Frage, mit wem wir reden und mit wem nicht.
EDN-System ist ein Konzeptprojekt mit lauffähigen Komponenten. Wir bauen weiter. Wenn Sie an einer dieser sechs Aussagen reiben, schreiben Sie uns. Wir wollen die Sätze prüfen, nicht verteidigen.
Pilot anfragen →Wo wir heute stehen.
Konzeptprojekt mit lauffähigen Komponenten. Wir bauen weiter, parallel zur Schicht. Ein erster Pilot ist der nächste Schritt. Keine Roadshow, keine Pressemitteilung.
Sie möchten wissen, was lauffähig heißt: wir zeigen es. Eine Stunde, ein Bildschirm, eine echte Akte aus Ihrer Einrichtung. Keine Verpflichtung, keine Folgegespräche, wenn es nicht passt.
Pilot anfragen →Wir reden gern lange beim ersten Mal.
Bevor wir Software zeigen, fragen wir nach Ihrer Woche. Wo entsteht Dokumentation, wo bleibt sie liegen, wo wird sie zu viel? Was muss aus dem System raus, damit eine Schicht ruhig endet? Aus den Antworten ergibt sich, ob SAJA Ihnen etwas gibt.
Ein Gespräch, in dem zuerst Sie erzählen.

Von Shield zu Maria
Maria ist die Schicht zwischen SAJA und den großen Sprachmodellen. Der Weg dorthin führte über zwei verworfene Verfahren und drei Architekturentscheidungen.
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Muster erkennen, ohne die Seele wegzunehmen
Im Gespräch mit einem Dachverband fiel der Satz: Die Jugendhilfe sitzt auf einem Schatz und weiß es nicht. Was als Reise begann.
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